Nach dreister Lüge besteht kein Versicherungsschutz für Berufsunfähigkeit

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Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2016 | Autor: Recht-sofort

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung muss man sich selbst korrekt verhalten, sonst darf die Versicherung möglicherweise fristlos kündigen.  Dies hat das Oberlandesgericht Oldenburg in einem Hinweisbeschluss bestimmt.

Der verhandelte Fall: Der Kläger hatte sich mit seiner Klage gegen die von seiner Berufshaftpflichtversicherung ausgesprochene Kündigung gewandt. Das Landgericht hatte die Klage abgewiesen. Die Kündigung sei zu Recht erfolgt. Der Kläger hatte nach einem Unfall zunächst Zahlungen wegen seiner Berufsunfähigkeit erhalten. Nach einiger Zeit wollte die Versicherung den Gesundheitszustand des Klägers überprüfen. Bei einem Treffen saß der Mann im Rollstuhl und gab vor, Schmerzen zu haben. Merkwürdig fand der Versicherungsmitarbeiter den augenscheinlich sportlich-gestählten körperlichen Zustand des Rollstuhlfahrers. Weitere Recherchen im Internet förderten aktuelle Bilder zu Tage, auf denen der Kläger als erfolgreicher Marathonläufer posierte. Dem Mitarbeiter eines von der Versicherung eingeschalteten Detektivbüros, der den Kläger unter einer Legende aufsuchte, bot der Kläger seine Dienstleistungen als Küchenbauer an.

Bei solch einem Verhalten dürfe die Versicherung den Vertrag – auch für die Zukunft – fristlos kündigen, so der 5. Senat des Oberlandesgerichts Oldenburg.

Das Vertrauen in die Redlichkeit des Vertragspartners sei derart erschüttert, dass eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessenlagen nicht mehr zumutbar sei. Auch eine vorherige Abmahnung sei nicht erforderlich. Denn anderenfalls hätte jeder Versicherungsnehmer die Möglichkeit, einmal sanktionslos zu versuchen, die Versicherung hinters Licht zu führen. Im Übrigen sei das Vertrauensverhältnis in so hohem Maße zerstört, dass die Versicherung ohne weiteres Zuwarten kündigen durfte. Der Kläger hat jetzt aufgrund des Hinweisbeschlusses des Senats seine Berufung zurückgenommen.

OLG Oldenburg, Hinweisbeschluss vom 28.11.2016, Aktenzeichen 5 U 78/16 O

QUELLE: Oberlandesgericht Oldenburg

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